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Keine Angst vor leeren Regalen

Wird ab Neujahr das Bier knapp?
Dosenpfand: Ab sofort auf Pfandflaschen umsteigen

Selten war eine ganze Branche so unvorbereitet. Die Hersteller von Getränken in Einwegverpackungen haben gegen das Pfand auf Dosen und Einwegfla-schen geklagt. Während der laufenden Prozesse wurde nicht in ein Pfandsystem investiert. Doch das neue Gesetz tritt am 1. Januar in Kraft und dann muß der Handel für Einwegverpackungen Pfand kassieren und vor allem auch ausbezahlen, doch wenig ist organisiert. Die Verunsicherung ist groß und das hat Folgen. Bislang vom Verbraucher unbemerkt zeichnet sich ab: aus vielen Regalen werden Einweggetränke und Six-Packs vorerst verschwinden. Fachleute rechnen mit einem um fast 20 Prozent geringerem Getränkeangebot ab Neujahr. "Keiner soll gleich zum Jahresbeginn auf Bier verzichten", reagiert WeldeChef Dr. Hans Spielmann: "Wir fahren Mehrwegsonderschichten, um den Bedarf zu decken."

Einweggetränke werden ab Jahresbeginn in jedem Fall schlagartig teurer, denn das Dosen- und Einwegpfand muß der Verbraucher drauf bezahlen, mindestens 25 Cent pro Dose. Das ist deutlich mehr als die zirka 10 Cent für eine Mehrweg-Flasche, die bequem im Kasten gesammelt werden kann und bei der es keine Rückgabeprobleme gibt. Eigentlich müßte der Handel die leeren Dosen zurücknehmen, doch so einfach ist das nicht: Pfand wollen die Händler logischer Weise nur für Flaschen und Dosen ausbezahlen, für die auch Pfand gezahlt worden ist. - Doch wer will das kontrollieren - völlig unvorbereitet, ohne Strichcodes oder ähnliches. Die Händler haben Horror-Visionen von tausenden von Dosen, ganze LKW-Ladungen voll, die aus den Nachbarländern nach Deutschland gekarrt und hier zu Geld gemacht werden. Deshalb gibt es mancherort die Parole: Einweg raus aus den Regalen, denn wer kein Einweg verkauft, muß auch kein Einweg zurücknehmen.

Das ist die Chance von Brauereien wie Welde, die seit Jahren auf die Pfandflasche setzen und zudem viel Geld in die einmalig geschwungene WeldelauneFlasche investiert haben. Doch der große, schwere Bierkasten wird deshalb noch nicht zum leicht tragbaren Six-Pack. Deshalb setzt Welde auf einen neuen, leichten Bierkasten, der obendrein zu halbieren ist: den Splitkasten. Der Spiltkasten besteht aus zwei halben Bierkästen. Jeder halbe Bierkasten ist bequemer zu tragen als alle Einweggebinde, denn ein reißfester Tragebügel wird einfach ausgeklappt. Außerdem passt der schmale Kasten bequem auch in kleine Küchenecken. Der halbe Bierkasten ist eine echte Alternative zum Six-Pack mit Dosen oder Flaschen. Und bei der Rückgabe des leeren halben Kastens gibt es keinerlei Probleme. "Einfach mal ausprobieren", rät Welde.

Welde erwartet in den nächsten Wochen ein Pfand-Chaos in den Märkten und geringere Bier-Reserven im gesamten Handel. Deshalb hat die größte Privatbrauerei der Kurpfalz viele tausend Splitkästen bestellt und in Mehrwegsonderschichten zusätzlich befüllt. "Wir können doch nicht zulassen, dass die Menschen ausgerechnet in den ersten Wochen des Neuen Jahres auf einen guten Schluck Bier verzichten müssen", resumiert der WeldeChef.

Verantwortlich für den Inhalt:
Welde Privatbrauerei, Plankstadt
Herbert Rabl

 
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